Wozu Demokratie?

In eigener Sache

Hubertus Niedermaier: Wozu Demokratie?

Hubertus Niedermaier: Wozu Demokratie?

Heute erscheint mit „Wozu Demokratie?“ ein Streifzug durch die politische Geschichte der Philosophie, um uns die Grundlagen der Demokratie nahezubringen. Es erzählt diese Geschichte im Kontext der jeweiligen Entstehungszeit und in Bezug auf unsere heutige Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei Gründe für die Entstehung ausgewählter philosophischer Ansätze und deren nachhaltige Bedeutung für unsere heutige Form des Zusammenlebens.

„Ursprünglich geschaffen, um individuelle und kollektive Selbstbestimmung zu verzahnen, versteht es die Republik nicht mehr, ihr Versprechen überzeugend einzulösen. Jene Institutionen, die ursprünglich die Demokratie gegen Usurpation schützen sollten, unterlaufen selbst demokratische Mitbestimmung. Gewaltenteilung verstärkt die Komplexitätszunahme und prämiert auf diese Weise diejenigen, die über teure Expertise verfügen, während gewöhnliche Bürger im gleichen Maß an Einfluss verlieren. Repräsentation erzeugt Positionen, die den oftmals unvereinbaren Ansprüchen von Parteien, Interessenvertretern und Bürgern ausgesetzt sind. Statt in eine Vermittlungsfunktion mündet diese Konstellation häufig in die Entkopplung von Wahlgetöse und politischen Entscheidungen. Wahlen erweisen sich als Instrument zur
kollektiven Selbstbestimmung untauglich, weil die Wähler nicht dar über entscheiden, wie sie zusammenleben möchten, sondern lediglich zwischen dem Personal verschiedener Parteien optieren können, deren programmatische Bündelung angesichts der politischen Themenvielfalt jede Differenzierung unmöglich macht und schlussendlich sogar unverbindlich bleibt. Wir leben als Konsumenten selbstbestimmter denn als Bürger. Im Supermarkt dürfen wir die Inhalte selbst zusammenstellen und nehmen darüber sogar Einfluss auf das zukünftige Angebot. Bei der Wahl bekommt man einige wenige bereits gefüllte Einkaufswagen angeboten, in denen oftmals etwas anderes drin ist als versprochen und sich Unerfreuliches zuweilen ganz unten verbirgt.“

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