Trauernde Jugendliche in der Familie – Rezension

Verlag: Vandderhock & Rupprecht, 2014, 156 Seiten, Taschenbuch

Zur Autorin: Stephanie Witt-Loers ist Trauerbegleiterin für Kinder und Familien, sie arbeitet für Behörden und in Kinderheimen.

Inhalt:
Das Buch behandelt Trauerarbeit unter Berücksichtigung der besonderen Lebensphase von Jugendlichen. Es hat einen Blick auf die sich veränderten Familiensettings vor und nach dem Todesfall. Auch narrative Erzählungen von Jugendlichen, die von ihrer Trauer berichten, werden in modifizierten Exzerpten ausschnittsweise wiedergegeben und interpretiert.
Wie verändert sich die Lebenswelt eines Jugendlichen nach einem Trauerfall: hier werden mögliche Situationen und Reaktionen der Eltern, Freunde und Mitschüler sowie weiteren Personen eindrücklich geschildert. Wie geht ein Jugendlicher damit um: auch hier bietet das Buch Einblicke.
Das Fazit: Jugendliche trauern (wie alle anderen Personen auch) höchst unterschiedlich. Aufgrund ihres Ablösungsprozesses und ihrer Lebenslage (Pubertät, Familie, Schule, Freunde) sind sie jedoch oftmals besonders belastenden Umständen ausgesetzt (werden wie Erwachsene behandelt, werden gemobbt, Freunde sind „sprachlos“). Trauer wird oft vom Jugendlichen selbst als Makel betrachtet – egal ob sie innerlich oder nach außen gerichtet in Erscheinung tritt und ist nicht selten mit Scham, Schuld und existenziellen Ängsten besetzt.

Kapitelgliederung:
1. Kap.: Grundsätzliches zu Trauer und Verlust
2. Kap.: Jugendliche erzählen von Ihrer Trauer
3. Kap.: Trauer in der Familie
4. Kap.: Wenn Eltern und Bezugspersonen trauern
5. Kap.: Trauernde Eltern erzählen
6. Kap.: Weiterleben – aber wie?
7. Kap.: Bestimmte Trauersituationen
8. Kap.: Wünsche (Anm.: – des Autors)
9. Kap.: Internetadressen, Literatur, Musik, Filme zum Thema

Persönliche Gedanken:
Gerade in Schulen sollte, wenn ein Schüler stirbt oder ein anderes Ereignis, wie zum Beispiel das Attentat in OEZ, besser auf die Schüler geachtet und die Ereignisse zumindest besprochen werden. Den Jugendlichen sollte die Möglichkeit gegeben werden, im geschützten Rahmen über ihre Trauer zu sprechen. Aber auch andere Ursachen und Formen von Trauer sollten bei Teenagern nicht unbeachtet bleiben. Die Tatsache, dass viele Teenager aus Angst vor Mobbing ihre Trauer und den Verlust nicht äußern und in sich, oft nur vage verarbeitet, herumtragen – nach außen wirken sie dennoch zumeist „wie immer“ – sollte mehr in den Fokus gestellt werden, da gerade ein Verlust in der Lebensphase der Pubertät besondere Auswirkungen und Belastungen auf die Entwicklung des Betroffenen haben können.

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