Notiz zum aktuell schweren Stand der Journalisten und warum Pegida trotzdem nicht Bestand haben wird

Sie sind gegen die Verbreitung religiöser Weltanschauungen, sind aber für ein christliches Abendland. Sie wollen keine Rassisten sein, haben aber etwas gegen Ausländer. Sie stören sich an Privilegien, fühlen sich als Patrioten mit deutschen Wurzeln aber nicht privilegiert genug. Sie fordern Meinungsvielfalt, diffamieren aber Vertreter anderer Auffassungen. Sie sind gegen (Ausländer-)Kriminalität, aber ihr Organisator ist selbst vorbestraft. Sie verabscheuen Parallelgesellschaften, bilden jedoch selbst eine. Sie halten der Presse vor, dem Volk Meinungen vorzugeben, und maßen sich selbst an, für das Volk zu stehen. Sie fordern von anderen mehr Objektivität, berufen sich aber gerne auf ihren subjektiven Eindruck, dem sie offenbar ohne den geringsten Zweifel die unverfälschte Erfassung der Wahrheit zutrauen. Die „patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ fordern für sich Dinge ein, die sie anderen nicht zugestehen wollen, und sie tun dies gestützt allein auf das zufällige Privileg Deutsche zu sein. Weiterlesen

Wozu eine Petition gegen Markus Lanz?

Hoppla, was ist denn jetzt passiert? Kommentatoren des Spiegel, der Zeit, der taz und des Stern vertreten bei einem Thema die gleiche Position. Und als wäre das nicht kurios genug, echauffieren sie sich zudem derart, dass sie darüber ganz vergessen, wie beinahe jedes Argument, das sie vorbringen, ebensogut gegen sie selbst gewendet werden könnte? Weiterlesen

Bitte alles aussteigen, diese S-Bahn wendet!

Pünktlichkeit ist nicht die Lösung, sondern das Problem

Die S-Bahn München ist zu außergewöhnlichen Leistungen imstande. Dass sie sich auf einer dreißig Kilometer langen Strecke über sechzig Minuten Verspätung einzuhandeln vermag, weiß jeder, der auch nur halbwegs regelmäßig S-Bahn fährt. Die Gründe dafür sind bekannt: Notarzteinsatz, Signal- oder Weichenstörung lauten die Stichworte. Schafft die S-Bahn das auch, wenn die Strecke frei ist? Um die Aufgabe nicht zu einfach zu machen, starten wir am Ostbahnhof, denn daran grenzt das Betriebswerk Steinhausen und dort warten die S-Bahnen auf ihren Einsatz. Doch auch diese Herausforderung bewältigt der MVV mit Bravour, wie er am 24.09.2013 unter Beweis gestellt hat: Weiterlesen

Wozu Werbeblocker abschalten?

Liebe Spiegel-, Süddeutsche-, Zeit-, FAZ- und Golem-Redaktionen,

Bisher versuchten nur kleinere Webseitenbetreiber, all jenen Besuchern ein schlechtes Gewissen zu machen, die einen Werbeblocker installiert haben. Nun rufen aber auch Sie  dazu auf, dass man doch bitte seinen Werbeblocker abschalten solle (wobei der Aufruf nur noch bei spiegel.de und golem.de auffindbar ist). Ansonsten, so wird behauptet, könnten Sie Ihr kostenloses Internet-Angebot nicht aufrecht erhalten, da Sie sich über Werbung finanzieren.

Wenn sich so namhafte Einrichtungen mit solch geballtem journalistischen Sachverstand zu einem Aufruf zusammentun, dann müssen wohl auch Menschen wie ich, die täglich in Ihren kostenlosen Inhalten stöbern und einen Werbeblocker installiert haben, sich Gedanken machen. Sie meinen also, ich soll surfen wie früher. Ich soll deutlich länger warten, bis eine Seite geladen ist, um dann bestenfalls oben und an der Seite knallbunte, bewegte Werbung zu sehen, die mich nicht interessiert. Schlimmstenfalls legen sich Werbebalken quer über die Seiten und überall blinkt und hüpft es. Im Gegenzug, sagen Sie, bieten Sie Ihre Seiten kostenlos an und verzichten auf besonders nervende Werbeformen.

Es klingt wie ein faires Tauschgeschäft. Es ist aber keines! Wenn ich meinen Werbeblocker einschalte, bekommen Sie mehr Geld. Und was bekomme ich? Mehr Werbung! Die will ich aber nicht. Weiterlesen